GESCHICHTEN AUS DEM DUNKEL DER STADT


Das Cafe Kosmos, so könnte man meinen, das Cafe Kosmos ist der Nabel Münchens. Schräg um die Ecke vom Boobs, das bei dieser Gelegenheit auch nicht unerwähnt bleiben sollte, schon seines Schriftzugs wegen.
Im Cafe Kosmos jedenfalls schienen sich die Mitglieder des write clubs länger aufgehalten zu haben, sinnierend, philosophierend, schreibend, mit dem Blick hinaus in die Stadt, die da auf nasser Straßenkreuzung an einem vorüber zieht, wenn man nicht den wackeligen Tisch mit Blick auf den Hinterhof erwischt hat.

Der write club war zu Gast im MaximiliansForum, in voller Besetzung. So mit zwei, drei Literaten werde man wohl kommen können, da waren dann aber alle. Christine Auerbach, Theres Lehn, Corinna Sigmund, Michael Dirk Scholz, Johanna Schumm und Sebastian Wolf. Alle da, an diesem tristkalten Novemberabend, teilweise von weit her angereist, um im heimeligen Bauch der Ausstellung alternative storylines aus der großen dunklen Stadt zu präsentieren.

Sie hatten, wie man das von ihnen kennt, ein ausgesuchtes Thema mitgebracht. Ein paar Straßenzüge nördlich des Hauptbahnhofs hatten es ihnen angetan. Wer treibt sich rum, nördlich des Hauptbahnhofs, zwischen Klein-Persien und Gemüsestand und eben solchen Läden wie dem mit den zwei Os, und mittendrin das Kosmos? Wer ist das, der da den schwarzen Maserati parkt? Was verraten die Schuhe, die da gelangweilt am Tresen lehnen?

Robert Pupeter war losgezogen und hatte das Viertel fotografisch erkundet und während seine Bilder noch mehr Geschichten erzählten, spielten Schlagzeug und Gitarre live und echt und wunderbar zum runden Abend. Multimedial, eben.

Ach ja, und warm, WARM hatten wir es dann auch geschafft. Und das lag nicht nur am Glühwein. Seht selbst.

www.write-club.de

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VON GEISTERN UND SEHNSÜCHTEN

Der fünfte Stuhl blieb leer, besetzt höchstens von einem Geist. Dem Geist von Dr. Stephan Humer, Internetsoziologe an der Akademie der Künste in Berlin, der an diesem Tag einen besonderen Pakt mit dem alten Murphy geschlossen zu haben schien. Ein ausgefallenes, ein verspätetes Flugzeug, eines, das wegen Nebel nicht starten konnte, und eines, dessen Bremse lieber noch am Boden gerichtet sein wollte. Zwischendrin rief er an, um den neuesten Stand, buchstäblich, mitzuteilen.
So fingen wir das Gespräch im Bauch der Ausstellung ohne ihn an, und führten es auch ohne ihn zu Ende. Schade, er hätte sicher genug zu sagen gehabt zu digitaler Identität, seinem Spezialthema.

Podiumsgespräch 14. November 2011
So sprachen wir über Sehnsüchte, Wünsche und Frau Sherman, stellten fest, dass die Definitionen oder auch das ganz persönliche Verständnis tatsächlich unterschiedlich waren, dass sich die Bayern, hüben wie drüben der Wälder, ganz anders fühlen, auch wenn sie auf die etwas weiter entfernten Nachbarn doch ganz ähnlich wirken. Dr. Michael Weigl, wissenschaftlicher Assistent am GSI der LMU, hatte einiges zu nationalen Identitäten zu sagen und konstantierte etwas verhalten, dass es in der Politikwissenschaft ja keine eigene Identitätsdefinition gäbe, weshalb man sich derer der Soziologen und Psychologen bediene.

Dr. Michael Weigl

Die hatte Professor Dr. Jürgen Straub, Inhaber des Lehrstuhls für Sozialtheorie und Sozialpsychologie der Ruhr-Uni Bochum mit bunter Vergangenheit, auch bereits erläutert.

Prof. Dr. Jürgen Straub

Niels Brüggen vom JFF-Institut für Medienpädagogik sprach über Facebook und wie Jugendliche sich ihren Weg durch die digitalen Netzwerke bahnen, und schließlich hatten die Wissenschaftler dann auch noch Gelegenheit, die Theorie auf die Praxis anzuwenden und etwas zu den Arbeiten der Ausstellung zu sagen.
Da war es dann auch höchste Zeit für einen wärmenden Glühwein und dafür, den Abend mit dem fünf Minuten vor Schluss doch noch materialisierten Dr. Stephan Humer ausklingen zu lassen.

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NÄCHSTE VERANSTALTUNG

Am Montag, 14. November, 19h. Ein Podiumsgespräch im Bauch der Ausstellung. WER bin ich gleich wieder?

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ERÖFFNET

Irgendwann waren wir fertig mit dem Aufbau. Ein paar letzte Handgriffe.

 

 

Und plötzlich mitten drin in der Eröffnung. Prosecco zum aufwärmen. Richtig warm war es immer noch nicht, aber auch nicht mehr kalt. Dr. Elisabeth Hartung vom Kulturreferat, die die Eröffnungsrede hätte halten wollen, war erkrankt und so sprang ihr Double Achim Sauter ein. Sagte ein paar nette Worte, und das war es dann auch schon mit dem öffentlichen Teil.

 

SEUNG-IL CHUNG - Seung-il Chung / LEBENS/BAU/LINIEN - Fabian Vogl / SCHWELLENWERT - Moritz S. Binder

 

Ein paar Salzstangen, ein benamter Becher Prosecco später krochen Leute mit strahlenden Mienen aus dem Glitzerrund der Wahrsagerin, die Natalie Wild für die Performance ihrer Arbeit ‚Favorite Secrets‘ eingeladen hatte. Ein Hund wollte auch, durfte aber nicht. Besucher standen vor Julika Meyers Arbeit ‚Dieser Mann ist mein Vater‘ und rätselten. Wer, und ob überhaupt. Die Zwillinge in Dana Lürkens Arbeit erzählten unermüdlich die Geschichte ihres Stammbaums, angefangen damals, als sie Anna Müller waren. Frank Balves ‚Seraph‘, tonnenschwer und dennoch flügelleicht, erstrahlte unwirklich um sein dunkles Herz herum. Besucher tauchten zwischen den Absperrbändern von Fabian Vogls ‚Lebens/bau/linien‘ durch, um sich genauer anzusehen, was er hätte sein können, wenn… Seung-il Chungs Arbeit ‚Seung-il Chung‘ öffnete sich wie eine Blüte dem Licht entgegen um die vielen Seung-il Chungs preiszugeben. Und immer wieder stieg ein vorwitziger Fuß zwischen die Lichtschranke und ließ den Künstler in Moritz S. Binders Videoarbeit ‚Schwellenwert‘ loslaufen, Richtung Horizont.

Später spielte Parasyte Woman, laut und schön, und die letzten Gäste gingen erst, als der Besen bereits im Einsatz war.

PARASTYTE WOMAN
Eine schöne Eröffnung! Seht selbst hier.
Und am Montag, dem 14. November, geht es weiter mit der nächsten Veranstaltung, einem Podiumsgespräch im Bauch der Ausstellung. Wir freuen uns auf Euch.  

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ZWEI TAGE VOR DER ERÖFFNUNG

Zwei Tage vor der Eröffnung. Fangen die Passanten langsam an neugierig zu werden. Bleiben mit dem Blick kleben an den schwarz-gelben Flatterbändern, die sich aus dem Glaskasten herausgestohlen haben und an der Decke entlang schlängeln. Kommen ein wenig aus dem Tritt, wenn ihnen plötzlich unverhofft Goldenes entgegenglitzert. Schlagen noch mal einen Bogen, um zu sehen, ob sich auf der Leinwand nicht doch etwas bewegt. Streifen mit mittagsessenhungrigen Augen die Plakate, die an der Wand kleben, und in der Größe des Raumes doch so unscheinbar wirken.

Zwei Tage vor der Eröffnung. Kommt Frank nach zwei schlaflosen Tagen vorbei und erzählt mit wild rudernden Armen von Kacheln, und Stichsägenkonzerten, von Engeln und Identitäten. Telefoniert Natalie mit Wahrsagerinnen, während sie Lametta-Fäden glattstreicht. Machen wir uns Gedanken darüber, wie wir es da unten warm bekommen können. Sind sicher, dass es irgendwie funktionieren wird. Wird die Bühne, auf der Parasyte Woman spielen soll, von der Mitte in die Ecke und wieder zurück gezerrt.

Zwei Tage vor der Eröffnung.

Donnerstag, 10. November, 19h. Die Eröffnung.

    

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News

UNDER CONSTRUCTION

Der Aufbau beginnt – in den nächsten Tagen werden eifrige Menschlein im Untergrund der Stadt wuseln, um das MaximiliansForum in ein Holodeck und Identäts-Rhyzom zu verwandeln. Und gleichzeitig wächst dieser Blog. Werden Seiten ergänzt, werden Bilder vom Ort des Geschehens gezeigt. Werden Geschichten erzählt, diese und andere.

Kommt vorbei, kommt gucken, kommt mit Kaffee – und kommt auf jeden Fall am 10. November zur VERNISSAGE mit einer Performance von Natalie Wild und zum Konzert von PARASYTE WOMAN.

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